VERLOREN IM SANSKRIT DSCHUNGEL

    Egal wie lange du schon Yoga praktizierst, da gab es am Anfang bei allen von uns die allererste Yogastunde. Das erste Mal, als man sich in einem Studio auf die Matte wagte, um dem leeren Wort „Yoga“ eine eigene Bedeutung zu geben. Ich kann mich noch recht genau erinnern. Nach meiner ersten Yogastunde war ich zwar ausgepowert, doch auch zufrieden. Yoga verkörperte für mich die  perfekte Mischung aus flüssigen Bewegungen gepaart mit wohltuender Entspannung. Den Körper neu kennenlernen, sich eine Auszeit gönnen und doch herausfordernde Übungen angehen. Es hat mir auf Anhieb gefallen.

     

    Was mich allerdings irritierte, war diese komische Sprache, die ich anscheinend von Anfang an beherrschen sollte. „Tadasana, Urdhva Hastasana, Uttanasana, Adho Mukha Svansana…“ hörte ich die Lehrerin mit einer melodiösen Stimme sagen. Ich verstand nur Bahnhof und musste unaufhörlich bei meinem Nachbarn spicken.

     

    Nach einigen Übungsabläufen liess uns die Lehrerin in „balasana“ ausruhen und erzählte uns dann, dass es im Yoga darum ginge Kundalini zu aktivieren und das Prana über den Pingala und den Ida Nadi in den Sushumna Nadi zu kanalisieren, um vom Muladhara Chakra zum Sahhasrara Chakra zu gelangen und Samadhi zu erfahren. Wie bitte, was??!

     

    Es fühlte sich an, als sei ich per Express nach Indien gereist ohne meinen Reiseführer mitzunehmen. War ich die einzige, die diese Sprache nicht verstand? Welche Sportart kommt überhaupt auf die Idee eine eigene Sprache zu verwenden?

     

    Ich fühlte mich ausgeschlossen. Alle andern bewegten sich selbstverständlich mühelos und gekonnt von einer Übung in die nächste. Nur ich schaute immer wieder links und rechts. Tun die nur so, oder verstehen die andern diese Sprache wirklich? Ich verlor mich immer mehr und mehr in den exotischen Rhythmen, den mysteriösen Wortklängen und dem harmonischem Singsang. Als zum Abschluss „Shavasana“ angekündigt wurde, war ich total fertig und froh zu erfahren, dass es sich dabei um stilles Liegen auf dem Rücken handelt.

     

    Mittlerweile habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, dass ich mit Yoga nicht nur neue Positionen und eine neue Lebensphilosophie lerne, sondern auch eine Fremdsprache, also Sanskrit, dazukommt. Sozusagen ein ganzes Yogapacket, eine komplett andere Welt, die es zu entdecken gilt.

     

    Um dir den Einstieg in diese Welt zu erleichtern, hier nun das kleine Sanskrit Glossar, welches dir hoffentlich ab jetzt den Zugang zum Yogasprach-Dschungel vereinfacht:

     

    Asana  - Position

    Adho – herunter / nach unten

    Urdhva – hoch / hinauf

    Mukha – Gesicht

    Shvana – Hund

    Parsva – Seite

    Parivrtta – Twist / umgekehrt

    Pada – Fuss

    Upavistha – sitzend

    Kona – Ecke

    Utthita – verlängern / dehnen

    Hasta – Hand

    Surya – Sonne

    Namaskar – begrüssen / Gruss

     

    Also jetzt schauen wir doch gleich nochmal: Wie sagt man „herabschauende Hund Position“ auf Sanskrit?

     

    Adho Mukha Shvan-a-sana … ist doch eigentlich ganz einfach, oder?! 

     

    Für mehr Infos:


    http://quizlet.com/7656227/sanskrit-words-for-yoga-poses-flash-cards/

    http://www.yogamums.org/hatha-yoga-postures-sanskrit-english

    http://www.yogajournal.com/poses/finder/browse_categoriesoder

     

    Autor: Deddou Burkhard, Yoga Teacher

     

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